Der Terror des Mobs in Amöneburg nimmt kein Ende
Das Beschwerdezentrum führte mit dem Polizeisprecher ein (Telefon-) Interview.
In unseren ersten ausführlichen Bericht zu den Ausschreitungen gegen einen "Zugezogenen" berichteten wir, welche Prioritäten Polizei und Justiz in Amöneburg und Kirchhain sowie die Staatsanwaltschaft in Marburg bei der Strafverfolgung setzen: Das Opfer des Terrors stand schon vor Gericht. Ein Täter noch nie ...
Wie, verehrte Leserinnen und Leser, würde es Ihnen gehen, wenn mitten in der Nacht vor Ihrem Hause eine solche Gestalt auftauchen und mit einem riesengroßen Beil Ihre Haustüre einschlagen würde? Würden Sie erwarten, dass die Polizei alles, aber wirklich alles tut, um Sie vor solcherart archaischem Terror zu schützen? Bei einem solchen Bild eines vermummten Gewalttäters, aufgenommen von einer automatischen Überwachungskamera vor dem Haus von Dr. Brosa in Amöneburg, kommt mir jedenfalls das Grausen. Dieses Foto war eines der letzten, das die automatische Überwachungskamera schießen konnte, bevor sie von den drei beteiligten Tätern mit Hilfe des Beils zertrümmert wurde. Nachdem die Kamera zertrümmert war, machten sich die Gewalttäter daran, die Haustüre einzuschlagen.
 Der Mann auf dem obigen Foto ist nach Überzeugung von Dr. Brosa ein dorfbekannter Krimineller (siehe Foto rechts), auch dem Beschwerdezentrum wohlbekannt, der sich schon einer ganze Reihe von Sraftaten (insbesondere gegenüber Dr. Brosa) schuldig gemacht hat (siehe Staatsanwaltschaft Marburg unter Vertuschungsverdacht). Staatsanwalt Franosch hatte, um dem Vorwurf der Untätigkeit oder gar Vertuschung zu begegnen, in einem Prozess gegen Dr. Brosa den im Saal anwesenden Pressevertretern gegenüber "versprochen", dass die Identität dieses Mannes (rechts auf dem Bild) ermittelt worden sei und das "dieser Mann bald hier vor Gericht" stehen werde. - Bald? Das Versprechen ist von November 2002 ... - Zu dem Prozess gegen Dr. Brosa war es übrigens gekommen, weil er es gewagt hatte, die mimosenhaft empfindlichen Juristen von der Staatsanwaltschaft in Marburg in ihrer "Ehre zu verletzen", was selbstverständlich umgehend zu einem Prozess wegen Beleidigung der Justiz gegen ihn führte.
Obwohl es zahlreiche Indizien gibt, dass es sich bei dem Mann auf diesem Bild um den dorfbekannten Schlä:ger handelt, ist er (einmal mehr !) fein raus. Er hat nämlich ein "Alibi"! Und wer ist die Person, der er sein "Alibi" verdankt? "Diese Frau ist mit Martin Graf liiert und höchstwahrscheinlich dieselbe Frau, die beim Haustür-Einschlagen am 12.5.2002 mit von der Partie war", sagt Dr. Brosa. Honni soi qui mal y pense ...
Und was tun die Ermittelungsbehörden angesichts der offensichtlichen Bedrohung?
Einige Tage nach dem Vorfall, der sich in der Nacht vom 2. zum 3. Februar 03 ereignete, wollte ich von der Polizeistation in Stadtallendorf, die für Amöneburg zuständig ist, Genaueres über den Stand der Ermittlungen in diesem Fall erfahren. Dort will mir niemand Auskunft geben. Ich werde an den Polizeisprecher in Marburg, einen Herrn Ahlich, verwiesen.
Wie sich im Verlaufe des Interviews herausstellt, war Herr Ahlich bis vor einem Jahr als Dienstgruppenleiter in der zuständigen Polizeistation in Stadtallendorf tätig und kennt daher die lange Geschichte aus eigener Anschauung. In dem etwa 40minütigem Telefoninterview wird sehr schnell deutlich, dass die Polizei Dr. Brosa offenbar als sehr "lästig" empfindet. Herr Dr. Brosa sei jedenfalls der Polizei "hinlänglich bekannt", erfahre ich und Herr Ahlich empfiehlt mir, mich "doch einmal mit der Person von Dr. Brosa" zu beschäftigen, weil mir dann die Vorgänge um vieles verständlicher werden dürften.
Es ist zu erwarten, dass den Gewalttätern dieses "Lästig-Sein" seitens der Polizei in einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt, nicht verborgen bleiben kann. Man erkennt das auch daran, dass an den Ausschreitungen gegen Dr. Brosa ja auch der Sohn eines der Polizisten selbst beteiligt war. Dieses "Verständnis" auf Seiten der Polizei für die "Gefühle" des dörflichen Mobs, das da sogar in einem Interview mit der Presse signalisiert wird: Wie mag sich das in Gesprächen am Stammtisch wohl anhören? Da ist halt ein "Fremder", der sich "nicht in die Dorfgemeinschaft einfügen" mag (wie ein 'Mitglied er Dorfgemeinschaft' in einem Beitrag in unserem Diskussionsforum zu bedenken gibt). Und dann "kuscht" er nicht einmal, sondern er wagt es auch noch, sich zu wehren und auf seine Rechte zu pochen (und dabei hät er nicht einmal den Dienstweg ein). Ja, und dann verlangt er auch noch, dass Nazi-Schmierereien von (Häuser-) Wänden zu entfernen sind ...
Mit soetwas macht man sich (dort) halt keine Freunde. - Dr. Brosa betont jedoch, dass nur wenige Bürger von Amöneburg die Gesinnung dieser Gewalttäter teilen: Immerhin helfen viele mit Auskünften und Personenbeschreibungen, wenn er sie um Hilfe bittet. Aber alle haben große Angst, und das ist eigentlich beschämend.
Auf meine Frage, was denn die Polizei zu tun gedenke, um einen Bürger vor derartigem Terror, dessen Opfer Dr. Brosa ja nicht zum ersten Mal werde, zu schützen, antwortet er, dass sicher auch mir bekannt sei, dass "immer erst etwas passieren" müsse, bevor etwas unternommen werde. Die Polizei sei personell und materiell jedenfalls zu einen Personenschutz von Dr. Brosa nicht in der Lage.
Als ich ihm deutlich mache, dass ich die Vorstellung, vor meinem Hause würden mitten der Nacht vermummte Gestalten auftauchen, die mit einem riesigen Beil meine Haustüre einschlagen, als zutiefst ängstigend empfinde, antwortet er: "Der hat halt eine Mütze über den Kopf gezogen, bevor er die Überwachungskamera zertrümmerte, damit er nicht identifiziert werden kann."
Das klingt logisch und zeigt, dass Herr Ahlich die Motive der Täter gut einschätzen und vielleicht auch verstehen kann ...
Angesprochen auf die Frage der Intensität der Ermittlungen, räumt Herr Ahlich ein, dass er nicht völlig ausschließen könne, dass der Ermittlungseifer einzelner Beamter im Falle von Dr. Brosa nicht so ausgeprägt sei, wie es vielleicht wünschenswert wäre. Er sei aber überzeugt, dass, von solchen Einzelfällen abgesehen, die Polizei den Fall, wie jeden anderen Fall auch, mit der "gebotenen Intensität" verfolge und allen enthaltenen Hinweisen sorgfältig nachgehe. Konfrontiert mit zweifelnden Nachfragen von mir, ob das eine allgemeine Feststellung sei oder ob das auf diesen konkreten Fall aus seiner Kenntnis zutreffe, antwortet er: "Ich behaupte das einfach mal, weil ich es mir nicht anders vorstellen kann."
Dr. Peter Niehenke
25. Februar 2003
Mittlerweile hat die Polizei tatsächlich die örtliche Presse informiert und sucht auf diese Weise weitere Zeugen (siehe z. B. die Kurzmeldung in der Oberhessischen Presse. Der Bericht in der Marburger Neuen Zeitung (22. 2. 2003) druckt diese Pressemitteilung der Polizei ab (eigene Recherchen der Zeitung fanden nicht statt). Die Pressemitteilung der Polizei ist eine Mischung aus
Feigenblatt und Ermunterung von Nachahmungstätern.
Ein Interesse an einer Aufklärung kommt darin nicht
zum Ausdruck. Es wird darüber schwadroniert,
dass Dr. Brosa ein alter Mann sei und "alleinwohnend", während
über den Anmarschweg und den Fluchtweg (Steinweg,
Hainweg, Kesselgasse), den der ermittelnde
Polizeibeamte vor Ort aufgrund der Fußspuren im Neuschnee
dokumentieren konnte, nichts gebracht wird (wenn die
Täter beobachtet worden sind, dann dort).
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