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Staatsanwaltschaft beim Landgericht Marburg unter (Vertuschungs-) Verdacht

Die unglaublichen Erlebnisse eines Bürgers von Amöneburg mit der dortigen Polizei und Staatsanwaltschaft.

Das nebenstehende Foto (durch einen Klick sehen Sie es in Originalgröße) ist nach Auffassung der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Marburg sowie der Generalstaatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht Frankfurt als Beweismittel nicht geeignet, weil der (junge) Mann darauf nicht zu erkennen sei. (Es handelt sich übrigens um den Sohn eines Polizisten, der der Randaliererei beschuldigt wird.)
Das Beschwerdezentrum hatte aufgrund dieser Bewertung keine Bedenken, dieses Foto öffentlich zu machen (es ist ja ohnehin, nach Auffassung der Staatsanwaltschaft, niemand darauf zu erkennen).

Hinweis der Redaktion zu anonymen Zuschriften: Wir machen hiermit Personen, die per Telefon oder anonymer Mail irgendwelche Forderungen an uns stellen, darauf aufmerksam, dass unsere Redaktion selbstverständlich auf anonym vorgebrachte Forderungen jedweder Art nicht reagiert!

Zur aktuellen Entwicklung in diesem Fall:
Anonyme Drohungen nach Veröffentlichung des Falls in unserem Zentrum in Diskussionsforum www.justizirrtum.info

Fehlendes Unrechtsbewusstsein für kriminelle Machenschaften bei einigen Amöneburgern.


Bevor wir uns diesem Fall zuwenden, ein Hinweis auf zunehmende Probleme mit Internet-Providern: In letzter Zeit häufen sich beim Beschwerdezentrum Meldungen über die Sperrung von (speziell justiz-) kritischen Seiten (so z. B. bei T-Online, AOL oder STRATO). Auffallend ist dabei, dass diese Provider in einer Art 'vorauseilenden Gehorsam' ohne richterlichen Beschluss, also nur aufgrund eines 'Verdachts' (!), missliebige Seiten auf Antrag irgendeiner Behörde oder Institution oder gar eines Wirtschaftsunternehmens einfach sperren (wie auch in dem hier berichteten Fall, siehe die NACH DER SPERRUNG erfolgte Benachrichtigung von T-Online an den Homepagebetreiber). Diese unverschämte Praxis ist selbstverständlich ein unerträglicher Eingriff in das Recht auf freie Meinungsäußerung und eine freche Bevormundung von Kunden. Diese Art ZENSUR steht einem Dienstleister (wie einem Internet-Provider) nicht zu und man kann derlei Praxis nur als einen Übergriff werten. Die Sperrung einer Homepage ist grundsätzlich nur tolerabel aufgrund einer 'Einstweiligen Anordnung'. Wir empfehlen daher nachdrücklich Provider, die es mit Grundrechten genauer nehmen und mehr Rückgrat beweisen, so zum Beispiel der Provider, bei dem die Seiten des Beschwerdezentrums gehostet sind (VERIO Deutschland). - Wir denken allerdings auch vorsorglich darüber nach, Partner zu finden, um in einem geeigneten Land einen eigenen Server zu betreiben. Interessenten an einem solchen Projekt mögen bitte Kontakt mit uns aufnehmen. (Siehe auch den aktuellen Thread im zuständigen Forum für (Macht-) Missbrauch im Zusammenhang mit dem Internet sowie die Strafanzeige von Dr. Brosa gegen die Staatsanwaltschaft in Marburg wegen der Veranlassung der Sperrung seiner Homepage.


 Die Sendung MONITOR berichtete unlängst über den Kölner Polizeiskandal und den schwerwiegenden Verdacht, dass die Staatsanwaltschaft nicht 'unparteilich ermittelt' (wie die Moderatorin sich ausdrückte). Dass Ermittlungsbehörden in der Tat dazu neigen, pfeifen die Spatzen ja nun wirklich von den Dächern! Immer wieder hat daher auch das Beschwerdezentrum Anlass, sich über sehr 'eigenwillige Maßstäbe' der Ermittlungsbehörden zu wundern, welche Straftaten verfolgt - und welche nicht verfolgt werden. So berichteten wir unlängst von einem Fall von Gewalt gegen ein Kind, der aber der Staatsanwaltschaft in Freiburg keine Ermittlungen wert war. Auch bei dem hier in Rede stehenden Fall, bei dem es um regelrechten Terror gegen einen Bürger geht, ist eine eigenartige 'Ermittlungs-Unwilligkeit' der Staatsanwaltschaften auffällig: So kann man plötzlich auf einem Beweisfoto den Täter nicht erkennen (siehe oben). Auffällig die ungewöhnliche Aktivität der Ermittlungsbehörden dagegen, wenn es darum, geht, eine den Behörden missliebige Person fertig zu machen. Da reicht dann eine fehlende Uhrzeit bei der Anmeldung eines als 'Demo' umdefinierten Spaziergangs von sechs Leuten für einen Prozess über zwei Instanzen (nach Freispruch strebt die Staatsanwaltschaft die Berufung an) und eine vermeintliche Beleidigung wird selbst dann ebenfalls über zwei Instanzen verfolgt, wenn der vermeintlich Beleidigte nicht einmal weiß, was er gehört haben will ...

Interview mit Herrn Dr. Ulrich Brosa

 Sehr geehrter Herr Dr. Brosa
Sie erheben schwere Vorwürfe gegen Polizei und Justiz im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Sie behaupten z. B., dass Kriminelle gedeckt und Straftaten trotz vorliegender eindeutiger Beweise nicht verfolgt würden. Bitte schildern Sie uns, wie alles begann.

Dr. Brosa: Ende 1997, Anfang 98 wurde in Amöneburg und ringsum reihenweise eingebrochen. Kriminelle knackten die Häuser auf, obwohl Licht in den oberen Stockwerken zeigte, dass die Bewohner da waren. Die Täter hatten Spaß beim Verwüsten der unteren Stockwerke. Wenn ihnen etwas gefiel, nahmen sie es mit. Dann zogen sie hundert oder zweihundert Meter weiter und knackten das nächste Haus. Die Geschädigten wagten nicht einmal den Kriminellen hinterherzusehen. Drei bis fünf aufgebrochene Häuser pro Nacht und pro Dorf waren normal. Die Polizei schien machtlos.

 Das kann man ja fast nicht glauben. Gibt es dafür (für die große Zahl an Einbrüchen) Beweise?

Dr. Brosa: Darüber wurde in der lokalen Presse berichtet. Um nur einen von vielen zu nennen, erinnere ich an einen Artikel in der MAZ vom 10.12.1997.
Ich will einen Fall schildern, der mir selbst widerfuhr und den ich durch ein Foto dokumentiert habe: Am 6.4.1998 um 5 Uhr 30 versuchten zwei Männer in mein Haus einzudringen. Einer machte sich an der Haustür zu schaffen. Der andere ging vor den Fenstern des unteren Stockwerks hin und her und spionierte. Die beiden sahen ähnlich aus.
Ich nahm einen Scheinwerfer und beleuchtete den Typ an der Tür. Er kam vor das Fenster, an dem ich stand, und geriet vor die Kamera. Er kündigte mir schleuniges Frühableben an und grölte unablässig "Schwuchtel".
Das nebenstehende Foto zeigt diesen jungen Mann am 6. 4. 1998.

 Wären sie bereit, ggf. zu beeiden, dass dieses Foto anlässlich des oben beschriebenen Vorfalls entstanden ist?

Dr. Brosa: Ja. Übrigens wurde die Echtheit des Fotos nie bestritten.

 Wie ging es weiter?

Dr. Brosa: Ich ging mit dem Foto zu mehreren Amöneburgern. Die einen schwiegen, die anderen nannten einen Familiennamen. Es war immer derselbe. Auch die Zusatzinformationen passten: "Er hat einen jüngeren Bruder. Der sieht auch so aus. Aber das ist ..." Dann kam "Schwuchtels" Vorname. Jüngere sagten: "Das ist ein Burschenschaftler."
Es war darauf einfach, "Schwuchtel" ausfindig zu machen und ihn nochmals zu besehen. Meine Erkenntnisse stellte ich am 7.5.1998 in einer Anzeige zusammen und brachte sie mitsamt Täterfoto zur Polizeistation Stadtallendorf. Danach hörte ich über ein Jahr lang nichts von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die haben sich erst gerührt, als meine Beschwerde beim Innenminister sie dazu zwang.
Schon im Spätherbst 98 kreuzte "Schwuchtel" wieder auf und gebärdete sich als Verbrecher mit Staatslizenz. Ich zeigte darauf das Täterfoto noch mehr Leuten, bis endlich einer sagte: "Der Vater ist Polizeibeamter."

 Welch' ein Zufall aber auch ... - Ist diese Aussage mittlerweile bestätigt/bewiesen?

Dr. Brosa: Ja, daran besteht kein Zweifel.
Hier gilt es genau zu sein. In meiner Anzeige vom 7.5.1998 hatte ich "Schwuchtels" Namen und Adresse angegeben, und zwar ohne den Beruf des Vaters zu kennen. Dass der Vater des Beschuldigten Polizeibeamter ist, erfuhr ich Monate später. Der Beschuldigte hat dann behauptet, er sei am 6.4.1998 gar nicht an meinem Haus gewesen. Die Staatsanwaltschaft Marburg hat die Lüge gedeckt, indem sie schrieb, das Foto zeige den Beschuldigten nicht. (Einstellungsbescheid der Staatsanwaltschaft, Oberamtsanwalt Poitzmann). Ich habe darauf Beschwerde beim Generalstaatsanwalt eingelegt und diejenigen Menschen als Zeugen benannt, welche mir als Erste den Namen des Täters gesagt hatten und dass der Vater Polizeibeamterbeamter ist. Der Generalstaatsanwalt in Frankfurt hat daraufhin behauptet, das Foto sei zu schlecht, um irgendeinen Menschen zu identifizieren und die Zeugen überhaupt nicht befragt. Der Generalstaatsanwalt schrieb: "...die Gesichtszüge der fotografierten Person auf dem Foto nicht allzu deutlich zu erkennen sind und es daher leicht zu einer Verwechslung kommen kann. Anhand der - auch nicht sehr deutlich sichtbaren - Kleidung kann erst recht keine sichere Identifizierung vorgenommen werden, zumal derartige Kleidungsstücke häufig von jungen Menschen getragen werden." (Entscheidung vom 5.7.1999, Geschäftsnummer ZS 30865/99, Oberstaatsanwältin Muth).
Ich bitte diese Behauptung mit dem Foto oben zu vergleichen. Polizei, Staatsanwaltschaft und der hessische Innenminister Volker Bouffier haben Hochglanz-Positive bekommen, die noch besser sind als die Computer-Reproduktion hier.
Aber das geschah alles viel später. Zunächst reagierten Polizei und Staatsanwaltschaft überhaupt nicht.

 Und wie ging es weiter?

Dr. Brosa: Als ich am 13.4.1999 eine Beschwerde gegen die Verschleppung der Ermittlungen an den hessischen Innenminister schickte, geriet ich in das 'Sperrfeuer' der Staatsdiener. Gleich drei Rechtsanwälte bombardierten mich mit wichtigtuerischen Einschreiben. Sie zählten die Verbrechen auf, die ich mit meiner Beschwerde begangen hätte. Sie verlangten, ich solle meine Unzurechnungsfähigkeit erklären. Vier Polizeibeamte zeigten mich wegen falscher Verdächtigung und Beleidigung an. Bis zu fünf Jahre Gefängnis sollte ich verbüßen, weil ein Polizisten-Sprössling in mein Haus einbrechen wollte. Ich wurde in der Polizeifestung Marburg verhört. Bei allen Schikanen half nur Festigkeit. Den Rechtsanwälten antwortete ich nicht. Der Staatsanwaltschaft machte ich klar, ich würde mich weder auf einen Strafbefehl noch auf eine Geldbuße einlassen, sondern auf einer öffentlichen Verhandlung bestehen. Schließlich wurden die Strafverfahren gegen mich eingestellt. Aber auch das dauerte lange.
Ermittlungen und Strafverfahren gegen den Polizisten-Sprössling waren nie richtig in Gang gekommen. Er durfte sein Unwesen ungestraft fortsetzen. Der Eingang meiner Beschwerde beim Innenminster wurde noch richtig bestätigt, aber beantwortet wurde sie nie.

 Vor wenigen Tagen, am Donnerstag, 5. 7. 02, wurde in der Sendung MONITOR ja mal wieder von einem Polizei- und Justizskandal berichtet. Es ging um die Polizei in Köln und den schwerwiegenden Verdacht der MONITOR-Redakteure, dass die Staatsanwaltschaft nicht "unparteilich" ermittelt. Auch Sie haben ja offenbar das Gefühl, dass hinter der Sache "System" steckt?

Dr. Brosa: Allerdings! Man wird Opfer einer Straftat, z.B. Betrug, Sachbeschädigung, Einbruch, Körperverletzung, und zeigt den Schaden an. Daraufhin wird das Opfer zur Vernehmung bestellt und es wird ihm zu verstehen gegeben, es solle Polizei und Justiz nicht mit seinen Lappalien belästigen. Nach ein paar Monaten bekommt das Opfer von den Justizbehörden einen Computer- Ausdruck: Alle Möglichkeiten der Ermittlung seien ergebnislos ausgeschöpft worden; das Verfahren werde eingestellt. Fragt das Opfer die Zeugen, erfährt es, dass sich Staatsanwaltschaft und Polizei keine Mühe gemacht haben.
Die Kriminellen merken nach einiger Zeit, dass sie ungehemmt kriminell sein dürfen, und legen zu. Beim nächsten Angriff sammelt das Opfer selbst Beweise, stellt den Täter fest und übergibt das Material der Polizei. Polizei und Staatsanwaltschaft empfinden dies als Angriff auf sich. Die eigenen Ermittlungen das Opfers zeigen, dass es die segensreiche Tätigkeit der Behörden durchschaut hat. Folglich leitet die Staatsanwaltschaft Strafverfahren gegen das Opfer ein, meist wegen falscher Verdächtigung und Beleidigung. Das Verfahren gegen den Täter wird eingestellt.
Den Kriminellen wird klar, dass sie unter dem Schutz der Justiz stehen. Sie greifen das Opfer immer häufiger, dreister und härter an. Wenn das Opfer Anzeige erstattet, werden die Ermittlungen "eingestellt"; in Wirklichkeit werden sie sogar unterdrückt. Wenn sich das Opfer gegen die Kriminellen wehrt, wird es mit Verfahren wegen Körperverletzung überzogen. Als Zeugen treten die Kriminellen auf.

 Sie sind ja weiterhin Angriffen ausgesetzt. Hilfe können Sie offenbar von Polizei und Staatsanwaltschaft nicht erwarten. Wir kennen derartiges Verhalten der Justizbehörden ja auch aus Freiburg: Dort ist der Staatsanwaltschaft die fehlende Angabe einer Uhrzeit bei einer Anmeldung eines als "Demonstration" umgewerteten (Nackt-) Spaziergangs von 6 Leuten sogar einen Prozess über zwei Instanzen wert, die Verfolgung von Gewalt gegen ein Kind allerdings nicht einmal Ermittlungen. Das passt ganz in das Bild, dass Sie zeichnen. Wie ist die aktuelle Situation?

Dr. Brosa: Ich bin weiterhin lebensbedrohlichen Angriffen ausgesetzt, ohne irgendeine Form von Schutz zu erfahren. Am Sonntag, 12.5.2002, kurz vor 1 Uhr war es wieder einmal so weit: Ich hörte ein Rumpeln am Regenrohr und ein zischendes Geräusch, das entsteht, wenn die Videokamera abgerissen und das Videokabel nach außen gezogen wird. Sekunden später wurde das Glas in der oberen Hälfte der Haustür zerschlagen. Ich griff nach der AF-Kamera, rannte zur Haustür und öffnete. Davor standen drei Betrunkene, zwei Männer und eine Frau, die ich noch nie gesehen hatte. Einer der Männer holte gerade zum nächsten Schlag aus und brüllte: "Komm raus du Sau!" Die beiden anderen Betrunkenen schauten zu. Der Schläger nahm mich wahr und griff an. Dabei entstand folgendes Foto:

Dieser Mann ist nach meinen Erlebnissen ein hemmungsloser Gewalttäter. Anwohner bezeichnen ihn und seine Klicke als 'Terrorbrüder'.
In solchen Situationen muss ich mein Leben riskieren. Von der Staatsanwaltschaft ist nichts zu erhoffen. Wenn ich den Täter nicht identifiziere, kann er seine Gewalttaten fortsetzen.
Nach dem Foto versperrten mir die drei Betrunkenen den Rückweg. Die Videokamera lag auf dem Boden. Der Haupttäter hob sie auf. Ich nahm sie ihm weg und warf sie samt Kabel auf das private Grundstück hinter meinem Haus. Während ich rückwärts lief und mich die betrunkenen Männer verfolgten, sah ich, wie die Frau über den Zaun am Grundstück stieg. Die Videokamera verschwand. Danach schloss sich die Frau den Männern an: "Gib die Kamera her!" Sie wollte auch die AF-Kamera.
Ich lief zum Marktplatz, weil ich hoffte, dort würde eine der Gastwirtschaften noch offen sein. Ich hätte dann hineinlaufen und die Polizei anrufen können. Der Gastwirtschaften aber waren alle schon zu. Ich rannte über einen Umweg zu meinem Haus zurück, holte aber nicht genug Vorsprung heraus, um die Haustür öffnen zu können. Die Täter waren fünfzehn bis fünfundzwanzig Jahre jünger als ich.
Vor meiner Haustür ging der Haupttäter wieder auf mich los. Er äußerte, er würde immer wieder kommen und mein Haus immer stärker beschädigen. Wenn er mich noch einmal auf dem Fahrrad sähe und er säße im Auto, würde er mich töten.
Ich lief wiederum rückwärts in Richtung Marktplatz. Auf dem Marktplatz zog die Frau in Richtung Ritterstraße ab. Ich hatte die ganze Zeit "Holen Sie die Polizei!" gerufen. Jetzt rannte ich in Schleifen durch die Amöneburger Oberstadt und schrie immer lauter "Hilfe!" und "Holen Sie die Polizei!". Etliche ehrbare Bürgerinnen und Bürger waren wach geworden und schauten zu. Niemand holte die Polizei. "Ja schrei nur!", sagte der Schläger.
Vor einem Haus in der Dr.Max-Ehrenpfordt-Straße tauchte die Frau wieder auf. Sie hatte doppelte männliche Verstärkung mitgebracht. Ein Mann mit Baseball-Mütze und Nicki-Lauda-Gesicht kam mit einem Baseball-Schläger. Der andere Mann, groß und mit schwarzen Haaren, zeigte keine Waffe. Die beiden Männer kannten mich offenbar und schlugen mich nicht. Sie halfen mir aber auch nicht. Immerhin wurde der Haupttäter abgelenkt. Ich konnte zu meinem Haus laufen und die Tür hinter mir schließen. Ich rief sofort die Polizei an. Es dauerte 30 Sekunden. In der Zeit trat der Haupttäter die untere Hälfte der Haustür ein. Er brüllte: "Er hat ein Bild von mir. Es ist sein einziger Beweis. Ich muss das Bild haben." und "Endlich können wir die Sau fertig machen."
Meine Haustür ist aus Drahtglas. Ein Tritt reicht nicht um durchzukommen. Der Haupttäter trat und schlug immer wieder. In die untere Hälfte hatte er schon ein Loch gemacht. Ich machte die Tür kurz auf und schlug ihn zurück. Danach griff er nicht mehr an. Er brüllte noch Beleidigungen und zog mit der Frau bergabwärts ab.
Dafür drückte sein Kumpan gegen die Haustür. Ich konnte sie nicht mehr einklinken. Der Kumpan aber verlor beim Drücken Zeit. Als ich hörte, er war allein, ging ich raus und sorgte, dass er blieb, bis die Polizei kam.
Dem Fahrer des Streifenwagens mache ich keinen Vorwurf. Er hat fünfzehn Minuten für die Strecke von Stadtallendorf bis nach Amöneburg gebraucht. Neuer Rekord. Seine Kollegen benötigen mehr als zwanzig Minuten. Vor meinem Anruf bei der Polizei aber war ich eine halbe Stunde durch Amöneburg gelaufen und hatte um Hilfe geschrien. Die Hauptschuld dafür, dass solche Dinge möglich sind, trägt die Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Marburg. Situationen wie am 12.5.2002 habe ich schon im Dutzend erlebt. Immer hat die Justiz die Kriminellen gedeckt.
Und es geht weiter. Schon am 17.5.2002 wurde auch die zweite Videokamera abgerissen. Die Laterne, die nachts den Hauseingang beleuchtet, wurde eingeschlagen und drei Fenster im Grundgeschoss wurden zerkratzt. Die Randale geschah im Hellen. Ich war vier Stunden weg und kam zurück, bevor es dunkel war. Fünf Nachbarhäuser sind nicht mehr als 20m entfernt. Alle wissen, Kriminelle haben von der Polizei wenig und von der Justiz nichts zu befürchten.

 Das ist ungeheuerlich! Haben Sie sich schon an Medien wie MONITOR gewandt?

Dr. Brosa: Wegen der Polizistensohn-Affäre habe ich mit einem Redakteur der Oberhessischen Presse gesprochen, ihm das Foto und die in sich widersprüchlichen Entscheidungen der Staatsanwaltschaft gezeigt. Er äußerte keine Zweifel, aber ihm war die Sache zu heiß. Nach dem 31.5.2002 habe ich die Polizistensohn-Affäre und die neue Welle der Gewalt auf meiner Homepage beschrieben. Aber die Homepage hat die Staatsanwaltschaft sperren lassen.
31.5.2002: Trotz Foto und identifiziertem Kumpan behaupten die Behörden, sie hätten den Haupttäter noch nicht ermitteln können.
10.6.2002: Inzwischen habe ich den Täter ermittelt. Viele Leute in der Amöneburger Oberstadt kennen ihn. "Das sind Terrorbrüder. Sagen Sie nicht, dass Sie den Namen von mir haben. Die schlagen mir in einer Nacht alles kurz und klein. Dann bin ich erledigt", sagt einer der Zeugen. In der Tat hat der Haupttäter Brüder. Ein anderer Zeuge sagt: "Natürlich kenne ich den. Wenn ich ihn verrate, kriege ich einen drauf." "Von wem?" frage ich. "Von vielen." sagt er. Noch ein anderer Zeuge bittet mich: "Können Sie mich da raushalten?" Nichtsdestoweniger haben mir etliche Amöneburger den Namen genannt. Mit der Polizei reden will keiner. Der Schläger terrorisiert seit mindestens zwanzig Jahren andere Menschen. Er hat lange bei seinen Eltern im Zentrum der Oberstadt gelebt und soll sich oft bei Fronhausen aufgehalten haben. Er erscheint hier immer wieder, betrinkt sich, prügelt und randaliert. Als ich die Polizei in Stadtallendorf anrufe um meine Ergebnisse mitzuteilen, werde ich auf den 14.6.2002 verwiesen. Dann habe der ermittelnde Beamte Dienst.
12.6.2002: Ein gewisser O. Haupt, derzeit Bürgermeister Amöneburgs, hat mir erklärt, Kriminalität sei ein 'privates Problem' des Opfers. Ich könne die Vorfälle der Polizei anzeigen. Aber er sage mir jetzt schon, dass bei den Ermittlungen aller Wahrscheinlichkeit nach nichts herauskommen werde.
14.6.2002: Die Polizei hat den Schläger immer noch nicht ermittelt. Der zuständige Beamte hat seinen 'verdienten Jahresurlaub' genommen. Sein Vertreter vertröstet mich auf den 24.6.2002. Ich mache die Polizei auf Ausschreitungen aufmerksam, die in der folgenden Nacht zu erwarten sind. "Das ist uns bekannt", sagt der Vertreter. "Die Veranstaltung wird bestreift."
Ein paar Stunden nach meinem Anruf. So sieht der Schutz aus, den Justiz und Polizei vor Randalierern gewähren. Meine Haustür um 23 Uhr. Der Täter, ein Motorradfahrer, hat ein Bild von sich hinterlassen.
Als ich 110 anrufe, muss ich fünf Minuten warten, bis jemand den Hörer abnimmt. Die Verhältnisse bei der Polizei sind schauderhaft. Verantwortlich für Strafsachen ist indessen die Justiz.

 Herr Dr. Brosa, das bedarf wahrlich keines weiteren Kommentars. Wir danken Ihnen für dieses Interview.

Das Interview führte
Dr. Peter Niehenke
07. Juli 2002

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