Rufmordversuch gegen den "Nacktläufer von Freiburg"
Jetzt geht die Schlammschlacht richtig los:
Versuch, den Nacktläufer (endlich) kriminalisieren zu können
 Michael Brenner, Gründer und Vorsitzender des MUT e.V.), bekannt dafür, ein sensibles Thema wie den Schutz von Kindern von sexuellem Missbrauch für die Verbreitung seiner christlich-fundamentalistischen Überzeugungen zu instrumentalisieren, sah seine Chance, und ein Reihe von Medien stürzten sich gierig auf das Thema: Endlich schien die Möglichkeit nah, den verhassten Freiburger Nacktläufer in die Nähe von Schmutz und Schmuddelkram rücken zu können und durch die Diskriminierung seiner Person auch die Bewegung zu treffen.
Am 19. Januar dieses Jahres erhielt der Nacktläufer einen anonymen Anruf: Eine Männerstimme teilte ihm in freundlichem Ton mit, er möge "auf der Hut sein", denn es gebe Kräfte in Freiburg, denen er langsam so auf die Nerven gehe, dass man nach Möglichkeiten suche, ihm etwas anzuhängen, damit "mal Ruhe" sei. Der Nacktläufer setzte damals eine Belohnung für konkrete Hinweise auf derartige Machenschaften aus, und die "Ratten" verschwanden zunächst wieder in ihren Löchern.
Nun erhält diese anonyme Warnung durch eine Reihe von auffälligen "Aktivitäten" Freiburger Behörden und ihre Kumpanei mit religiösen Fanatikern wie Michael Brenner eine neue Aktualität: Da wird ein Ermittlungsverfahren gegen den Nacktläufer eingeleitet, weil ein Nacktspaziergang mit 5 (!) Leuten in der Freiburger Innenstadt als "Nicht angemeldete Versammlung unter freiem Himmel" eingestuft wird (immerhin ein Straftat). Da wird ein Strafbefehl über DM 3.300,- gegen den Nacktläufer erlassen, weil ein Mann, auf einer vielbefahrenen Straße in seinem Auto sitzend, gehört haben will, dass der Nacktläufer ihn "Dummkopf" oder "Arschloch" genannt habe! Und dann gibt es eine Anzeige von Michael Brenner wegen "sexuellen Missbrauchs von Kindern", weil der Nacktläufer ein Szenenfoto aus einer im Mai 1999 ausgestrahlten Sendung des Nachrichtenmagazins BLITZ (SAT1), übrigens ausgestrahlt um 18.15 Uhr, auf seine Homepage gestellt hat, das einen etwa 10jährigen Jungen zeigt, der dem Nacktläufer den Stringtanga vom Körper wegzieht. Der Nacktläufer, der gerade ein Eis ißt, kann sich gegen diese "Attacke" gar nicht wehren, und die Fernsehkameras "halten drauf"! Das Foto soll zeigen, dass Kinder, entgegen den heuchlerischen Einwänden fundamentalistischer Kinderschützer, keineswegs "Angst" vor dem Nacktläufer haben, sondern sich über seinen Aufzug schlicht "kaputtlachen".
Die Strategie der Behörden ist mehr als durchsichtig: Nachdem Psychiatrisierungsversuche und der Versuch der Vernichtung der Existenz durch Berufsverbot nicht gelungen sind, soll nun der Nacktläufer kriminalisiert werden (damit man dann sagen kann: "Das ist doch ein gewöhnlicher Krimineller!"), und dazu sind eben notfalls auch groteske Anschuldigungen halbseidener Zeugen Recht. Aber welches journalistische Ethos haben die verantwortlichen Redaktionsleiter einer Zeitung, die einen Bericht über dieses Foto mit der Titelzeile "Pädophiler Nacktläufer?" versehen?
Dr. Peter Niehenke 22. Juli 2001
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