Ein Jahr Beschwerdezentrum
Eine (selbst-) kritische Bestandsaufnahme und die händeringende Suche nach Mitarbeitern
 Vor etwa einem Jahr ging das Beschwerdezentrum online. Zunächst war nur, unter der Domain "85.10.196.204", eine Internetpräsenz des "Verein gegen Rechtsmißbrauch e.V." (VgR) mit einem Diskussionsforum geplant, doch sehr bald wurde deutlich, daß ein solches Forum auch "Opfer" anderer Institutionen "anziehen" würde, daß aber eine gemeinsame Behandlung "aller möglichen Formen von Unrecht" in einem einzigen Forum die Effektivität des Internetauftritts des VgR behindern könnte. So kristiallisierte sich die Idee heraus, diese verschiedenen "Formen von Unrecht" (neben dem "Justizunrecht") in jeweils eigenen Foren zu thematisieren, alle diese Foren aber unter einem "gemeinsamen Dach" zu integrieren: Das Beschwerdezentrum. (Eine nähere Beschreibung der Thematik der einzelnen Foren finden Sie hier).
Sehr bald konnte das Beschwerdezentrum einen ersten wirklichen Erfolg erzielen: Es koordinierte durch einen E-Mail-Rundbrief an etwa 180 potentiell Geschädigte in Deutschland, Österreich und der Schweiz den Widerstand gegen eine unglaublich dreiste Abzocke einer in Lichtenstein ansässigen Firma mit Namen "1st European City Guide". Diese Firma versuchte und versucht bis heute mit wahrlich unlauteren Mitteln, Homepageinhaber durch trickreich erschlichene Anzeigenaufträge um den nicht unerheblichen Betrag von DM 4.000,- pro Homepage zu erleichtern (bei Dr. Niehenke selbst wäre es, da es sich um drei verschiedene Homepages handelte, um DM 13.000,- gegangen). Siehe den Initialartikel vom 4. März 2000. Das Forum "Kundenreklamation" (siehe die waagerechte Navigationsleiste oben) wurde in diesem Fall zum "Treffpunkt" von Geschädigten, hier konnte ein gemeinsames Vorgehen koordiniert werden und hier konnte man sich gegenseitig "Mut machen" gegen den (durch Drohungen) erzeugten Druck dieser Firma. Bezahlt hat von den Geschädigten, die sich in diesem Forum zusammengefunden haben, bisher unseres Wissens niemand (sehr viele andere aber waren ängstlich - und haben bezahlt, weil "die Rechtsabteilung" es empfohlen hatte ...).
Anfang dieses Jahres nun wurde die Redaktion der Sendung "WiSo" (ZDF) bei Internet-Recherchen im Zusammenhang mit dem Thema "Mobil-Telefonie" auf das Beschwerdezentrum durch eine kleine aber ärgerliche "Groteske" aufmerksam, die die Firma VIAG Interkom betraf und hier, ausführlich dokumentiert, vorgestellt worden war. Die von WiSo aufgrund dieser Dokumentation in unserem Zentrum aufgenommenen eigenen Recherchen (und Nachfragen bei VIAG Interkom) führten für den betroffenen Kunden (in diesem Fall den Leiter des Beschwerdezentrums selbst) zu einem erfreulichen "Happy End". (Siehe VIAG Inerkom: Wenn der Kunde zum Feind wird). Mit diesem Erfolg wurde das "Konzept" des Beschwerdezentrums nachhaltig bestätigt: Die Publikation und Beschreibung dieses Falles im Beschwerdezentrum führte dazu, daß sich ein Medium mit sehr viel weiterreichendem Einfluß für diesen Fall interessierte. Das Beschwerdezentrum als "Datenbank für Unrecht" erleichterte sozusagen die Recherche!
Und ein weiteres Mal ging das "Konzept" des Beschwerdezentrums auf, als Anfang dieses Jahres die Redaktion des (neuen) Fernsehsenders B.TV anläßlich ihrer (Internet-) Recherchen zum Thema "Justizirrtum" auf das Beschwerdezentrum aufmerksam wurde. (Wenn Sie die Sendung sehen möchten, klicken Sie bitte auf das Bild am Beginn dieses Artikels.)
Unsere Unerfahrenheit in diesem neuen Feld (journalistische Arbeit), mehr noch aber die wirklich begrenzte Zeit, die wir in unser ehrenamtliches Engagement investieren können, führte allerdings auch zu (mehr oder weniger peinlichen) Pannen. So machten wir ohne Zögern Werbung für einen Verein ("United Proms for Charity"), der sich der Opfer von Justiz- und Behördenwillkür anzunehmen schien, ohne die Seriösität dieses Vereins vorher selbst zu überprüfen (wir verließen uns vollständig auf das Zeugnis einiger Mitglieder des Vereins, die uns ein Garant für seine Seriösität zu sein schienen). Als dann Zweifel an der Seriösität des Vereins aufkamen, sahen wir uns, um Schaden von unseren Lesern abzuwenden, gezwungen, nun auch diese Zweifel sofort zu publizieren, erneut ohne sie selbst vorher auf ihre Berechtigung hin überprüfen zu können. Auch hier verließen wir uns auf jemanden, an dessen Zuverlässigkeit und Lauterkeit wir keinen Zweifel hegten - und übrigens auch heute nicht heben. (Die Einzelheiten zu dieser "Pleite" können Sie hier nachlesen.)
 Aufgerüttelt durch Bilder, die unser Mitleid für gequälte Tiere weckten, riefen wir dann zum Widerstand gegen eine vermeindliche Tierquälerei auf (siehe nebenstehenden Link), prüften jedoch nicht sorgfältig genug, ob die unter diesem Link dargestellte Praxis rein physisch überhaupt so möglich ist (man kann ja Bilder heutzutage beliebig manipulieren), und saßen so (vermutlich) einem Fake auf (eine "Internet-Ente" :-(.
Die beiden letzten Fälle zeigen, daß wir ohne weitere engagierte Mitarbeiter an unserem Projekt sehr schnell an unsere (auch zeitlichen) Grenzen stoßen und überfordert sind. Wir erhalten z. B. buchstäblich Berge von Akten von Menschen, die sich ungerecht behandelt fühlen, und wir führen viele, viele Telefonate mit Betroffenen. Nicht immer steht aber hinter einem Menschen, der sich ungerecht behandelt fühlt, auch wirklich ein Fehler der Justiz oder gar ein Skandal. Wenn wir jemandem nach 3stündigem Aktenstudium in einem 1stündigen Gespräch dann deutlich machen, daß wir an dem betreffenden Richterspruch bei "neutraler Betrachtung" eigentlich keine groben Fehler erkennen können (wenn jemand unschuldig verurteilt wird, liegt dem ja nicht automatisch auch ein Fehler eines Richters zugrunde), dann kommt es durchaus vor, daß der Betreffende die Sache nach dem Gespräch "aus einem neuen Blickwinkel heraus" sehen kann. Schön für ihn - und vier Stunden intensiver Arbeit für uns!
Wir erfahren viel Lob für unser Engagement. Viele Menschen freuen sich, daß wir uns "trauen". Menschen die Unrecht erfahren haben, sind erbost und wollen das am liebsten "in die Welt hinausschreien". Das ist sehr verständlich - und wir wollen dafür ja auch eine Plattform bieten. Oft fragen wir dann nach, ob sich diese Menschen, bevor sie selbst Opfer solchen Unrechts (z. B. behördlicher Willkür) geworden sind, eigentlich jemals für das Unrecht interessiert haben, das anderen widerfahren ist, und ob sie sich heute, außer für das Unrecht, das ihnen selbst widerfahren ist, auch für das Unrecht interessieren, daß anderen widerfährt. Die Antworten, die wir erhalten, sind erfrischend ehrlich (das ist sehr schön) und traurig zugleich: "Der eigene Fall ist wohl immer der wichtigste!" - "Wieso", frage ich diese Menschen dann, "sollten sich andere Menschen dafür interessieren, daß sie ungerecht behandelt wurden? Die interessieren sich dafür genau so wenig, wie sie sich fur das Unrecht interessieren, daß anderen widerfährt." Ohne Solidarität der Betroffenen, der Opfer, ist gegen den Machtmißbrauch bei Justiz und Behörden nichts zu machen, denn auf der Seite dieser Institutionen liegt die Macht! Das Mindeste, was Sie aus dieser Solidarität heraus tun können, ist, sich für das Unrecht, das anderen widerfährt, zu interessieren! Lesen Sie also regelmäßig die Foren hier, noch besser: beteiligen Sie sich, wenn Sie ein Fall anspricht. Machen Sie Werbung für diese Seite, denn ein "Druckmittel" gegen Willkür, Schlamperei und Machtmißbrauch bei Behörden und Justiz ist diese Seite nur dann, wenn Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte wissen, daß ihr Name VIELEN bekannt wird, wenn er auf diesen Seiten genannt ist. (Ein völlig unlogisches und unsinniges Urteil, das hier öffentlich als solches entlarvt wird, ist nur dann peinlich für den Richter, wenn er namentlich genannt wird und wenn er weiß, daß diese Seite von vielen gelesen wird!)
Wir brauchen ganz dringend (ehrenamtliche) Mitarbeiter! Wir brauchen Menschen, die fähig sind, Fälle wie die hier im Zentrum vorgestellten, in Zusammenarbeit mit den Betroffenen zu recherchieren und eigenständig in einem Artikel darzustellen. Wir brauchen Menschen, die für uns Informationen wie die zu den "Bonsai-Kitten" auf ihre Verläßlichkeit überprüfen usw. Haben SIE, verehrte Leserin oder verehrter Leser, nicht Lust ...??
Dr. Peter Niehenke 8. Februar 2001
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