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Eine Stadt läßt sich vorführen

Freiburg macht dem vom "Nacktläufer" in einer Fernsehsendung ironisch verliehenen Namen "Zwangsburg im Breisgau" alle Ehre

Offener Brief an Herr Glockner von der Polizeibehörde Freiburg

Armer Herr Glockner

 Sie leiden! Anders kann ich mir Ihren Brief nicht erklären. Haben Sie den Brief auch wirklich mit Ihrem Vorgesetzten abgestimmt? Er macht doch gar zu sehr den Eindruck, als sei er aus einem Affekt heraus geschrieben.

 Ja, in der Tat, Sie haben mich bisher in meinen Bemühungen, die Behörden der Stadt lächerlich zu machen, tatkräftig unterstützt! :-) Ich frage mich nur, was Sie nur immer daran zu mäkeln haben, daß die Medien sich so für mich interessieren. Es klingt beinahe wie Neid. Dabei hatten Sie doch die Chance, Ihre Sicht der Dinge in einem Interview darzustellen. Aber dazu waren Sie (und andere Vertreter der Stadt) offensichtlich zu feige. Da macht es doch keinen guten Eindruck, mir dann zu unterstellen, es gehe mir darum, mit meinem nackten Arsch in den Medien präsent zu sein.

 Verstehen Sie denn das Prinzip noch immer nicht? Benötigen Sie Nachhilfe in Psychologie? Gut, ich will es Ihnen erklären: Je mehr die Sache eskaliert (und Sie wollen ja offensichtlich mit "klaren Maßgaben" eine neue Runde einläuten), umso mehr Aufmerksamkeit zieht sie auf sich. Merken Sie denn nicht, daß Sie es sind, die durch Ihre dauernden Eskalationen und die insgesamt recht unglückliche Figur, die Sie machen (und damit meine ich nicht Sie persönlich, sondern Sie als Vertreter der Stadt Freiburg und alle Ihre Kollegen, die diesen Mist mitmachen), mich erst wirklich "aufbauen" und für die Medien interessant machen? Ein "nackter Arsch" eines 51jährigen Psychologen ist wahrlich für die Medien nicht interessant genug! Warum machen Sie mir das "Geschenk" eines derart dämlichen Drohbriefs? Denkt bei Ihnen in der Behörde niemand nach, bevor ein Brief verschickt wird?

 Wir leben nicht in der Ex-DDR, mein lieber Herr Glockner. Dort hätte man mich sang- und klanglos einfach "in der Versenkung verschwinden lassen" können. Wir leben in einer Demokratie, und hier entscheiden die Medien, ob ich in der Versenkung verschwinde. Und die Medien entscheiden danach, ob die Sache die Bevölkerung (weiterhin) interessiert. Und hier schließt sich der Kreis (siehe den vorherigen Absatz).

Mein sehr verehrter Herr Glockner!
Sie irren sehr, wenn Sie sich einbilden, durch "klare Maßgaben" sei dieser Spuk hier zu beenden! Auf solche "klaren Maßgaben" warte ich schon lange, und sie werden meine Möglichkeiten, den Behördenapparat von Zwangsburg lächerlich zu machen, beachtlich steigern. So wird sich das Problem nicht lösen lassen. Ganz im Gegenteil. Gar nichts werden Sie so lösen, denn Sie haben jetzt ganz schlechte Karten (oder wollen Sie einen erneuten Versuch starten, mich in die Psychiatrie einweisen zu lassen?). Sie hätten halt alle vorher nachdenken sollen. Jetzt sitzen Sie in der Falle!

 Es gibt nur einen Weg, das Problem zu lösen: Vernunft! Ich habe Ihnen ein Friedensangebot gemacht (damals übrigens noch mit dem zusätzlichen Angebot, es "diskret", also ohne allzu viel Öffentlichkeit, zu lösen). Sie hatten dafür dummerweise nur Spott (siehe Interview in den Stuttgarten Nachrichten). Ich hatte es ehrlich gemeint. Jetzt stehen die Chancen, daß die Behörden von Freiburg und die Polizeibehörde "ohne Gesichtsverlust" aus dieser Sache wieder herauskommen, ziemlich schlecht! Das haben Sie u.a. solchen Briefen wie dem hier abgebildeten zu verdanken ...


Mit vorzüglicher Hochachtung

gez.
Dr. Peter Niehenke
Diplom-Psychologe
Der "Nacktläufer von Zwangsburg"
20. 11. 2000

Daß die Polizeibehörde einfach nicht weiß, was sie denn eigentlich will, wird auch durch den folgenden kurzen Ausschnitt aus einem Beitrag in der Sendung BLITZ (SAT1) vom Mai 2000 deutlich:

Hier klicken, um den kurzen Ausschnitt (etwa 1 Min.) mit Realplayer (siehe unten) direkt anzuhören.

Ganzen File vor dem Ansehen erst herunterladen (500 K) (Mit RECHTER Maustaste klicken, MAC-User ALT-Taste beim Klicken gedrückt halten.)





Die Diskussion über den Fall findet im Forum für "Amtsschimmel und Behördenwillkür" ("Ver(GE)WALTung", siehe waagerechte Navigationsleiste) statt.

Dabei hatte doch der Nacktläufer angekündigt, was sein Ziel ist. Siehe dazu den Kommentar von 26. 3. 2000: Polizei und Justiz in der Falle: Der "Nacktläufer" und seine Strategie. Es ist erstaunlich!

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