Das Jugendamt Aurich/Ostfriesland am Pranger
300 (!) Kinder wurden im Vogelsbergkreis fremd untergebracht. Kein Umgang, keine Rückführung in die Ursprungsfamilie.
Niemand zweifelt daran, daß es notwendig ist, Kinder gegen (sexuelle) Übergriffe und gegen Gewalt zu schützen. Oft genug versagen hier Jugendämter!
Aber so, wie manche als Pendant zum "sexuellen Mißbrauch" den Begriff "inverser Mißbrauch" geprägt haben (den Kindern wird aus lauter Angst, in "falschen Verdacht" geraten zu können, oder aus Verklemmtheit oder gar aus -religiöser- "Überzeugung" Zärtlichkeit vorenthalten und die Genitalien werden, selbst beim Waschen, zur absoluten Tabuzone, als seien sie ekelerregend oder als gehe von ihnen eine Gefahr aus!), so gibt es als Pendant zum Versagen der Jugendämter durch Untätigkeit das Versagen durch Überreaktion und Amtsmißbrauch. Und genau so, wie die Schäden an der kindlichen Seele durch "inversen Mißbrauch" ähnlich dramatisch zu bewerten sind wie die Schäden durch sexuellen Mißbrauch selbst, sind die Schäden für die kindliche Seele durch die Untätigkeit von Jugendämtern genau so dramatisch wie die Schäden, die sie durch Überreaktion anrichten.
Ist es denn so schwierig, in diesem Bereich Vernunft walten zu lassen?
Durch das Bundesamt für Statistik und durch Einzelfallarbeit haben Betroffene eine erschreckend hohe Zahl von Fällen entdeckt, in denen durch die Behörden (ohne jede Chance für die Betroffenen) Kinder massenhaft mit fadenscheinigen Begründungen entzogen wurden. Das Resultat ist immer das Gleiche: Auch wenn sich später herausstellen sollte, daß die vorgegebenen Gründe nicht zutreffen, hat das Kind inzwischen in einer Fremdfamilie seinen neuen Lebensmittelpunkt begründet und darf nicht mehr in die Ursprungsfamilie zurück. Die leiblichen Eltern kämpfen oft vehement darum, einen Kontakt zu ihren Kindern zu halten, scheitern aber in der Regel, weil ihre eigenen Kinder gegen sie beeinflußt werden.
Dr. Peter Niehenke 16.11.2000
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