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Amerika ...

Wie in einem schlechten amerikanischen (oder einem Nazi- *) Film ...

 Warum an dieser Stelle einen Bericht über die Polizei und die Justiz in Amerika? - Weil man eigene Eigenschaften manchmal besser erkennen kann, wenn man eine karikaturhafte Überzeichnung bei anderen sieht.

Der Fall Raoul
72 Tage lang war ein 10-jähriger Junge in einem amerikanischen Gefängnis eingesperrt, war nachts von zwei Sherrifs aus dem Bett geholt worden und in Handschellen abgeführt, weil er seine jüngere Schwester sexuell mißbraucht haben soll: Eine Nachbarin will es aus großer Entfernung und durch die Büsche hindurch gesehen haben. Weitere "Beweise" gibt es keine ...
Und im Knast nimmt man sich diesen "Verbrecher" offensichtlich vor: Die Wärter sollen lachend zugeschaut haben, wie er von älteren Häftlingen blutig geprügelt und ... man kann es nicht fassen: sexuell mißbraucht wurde. Nach jedem Besuch von Verwandten, erzählt Raoul seinem Therapeuten, mußte er sich außerdem nackt ausziehen, und gleich mehrere Wärter guckten ihm in den After, befühlten ihn und zupften an seinen Genitalien herum.
Entnommen aus: STERN, 22/2000

Nachtrag vom 18. Februar 2001: Ein amerikanischer Richter stellt fest, daß die Verhaftung Unrecht war (siehe folgende Meldung der Nachrichtenagentur dpa), aber nur, weil ein Haftbefehl fehlte ... (aber selbst darüber muß man ja schon froh sein).

Eine kleine Stadt in Ohio
Da wird eine Frau in Handschellen abgeführt, weil sie ihre 8jährige Tochter fotografiert hat, während diese nackt badete. Sie wurde angeklagt wegen "illegal use of a minor in nudity-oriented material," und wegen "pandering sexually oriented matter,", Vorwürfe, auf die eine Höchststrafe von 16 Jahren steht ... - Die ganze Geschichte (englischer Text) kann hier nachgelesen werden.

Die Polizei (in Los Angeles), Dein Freund und Helfer
Ein ehemaliger Polizist hat ausgepackt, und der Stadt Los Angeles drohen nun Schadenersatzforderungen in Höhe von einer Milliarde Dollar, weil Polizisten zu Dealern und Killern wurden und Hunderte von Menschen unschuldig hinter Gittern gebracht haben. In den vergangenen Monaten sind 30 Polizisten vom Dienst suspendiert worden, drei wurden sofort festgenommen. Fünfzig Mitglieder irgendwelcher Straßen-Gangs waren zu Unrecht verurteilt worden und mußten unverzüglich auf freien Fuß gesetzt werden, 99 weitere Urteile sollen "bald aufgehoben werden". Da behauptete ein Polizist, ein 23-jähriges Mitglied der "18th Street Gang" habe mit einem Sturmgewehr auf ihn geschossen. Er wurde zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt, obwohl er seine Unschuld beteuerte. Der Richter gab dem nicht vorbestraften Jugendlichen die Höchststrafe, "weil er ganz offensichtlich keine Reue zeigt". Der Jugendliche hatte angegeben, er sei unbewaffnet gewesen, von der Polizei angeschossen, in Handschellen gelegt und noch einmal in den Kopf geschossen worden. Der Richter tat dies als Gangster-Märchen ab. Aber es war so: Der Aussteiger gibt an, daß er das Gewehr bei einer Gang-Razzia beschlagnahmt habe, die Seriennummer herausgefeilt und es dem bewußtlosen Jugendlichen in die Hand gedrückt habe. Dieser bleibt für den Rest seines Lebens gelähmt ... (Entnommen aus: STERN 23/2000, Bericht nicht online verfügbar)

 Daß es in Deutschland durchaus sehr ähnliche Verhältnisse gibt, zeigen die Vorgänge in der "Wies'n-Wache" in München: "Die neuesten Vorgänge im Bereich des Polizeipräsidiums München ‚ Polizisten sollen angeblich betrunkene Autofahrer an Steuer gelassen haben, um dann die Führerscheine kassieren zu können ..." (die ganze Meldung zu einem Antrag von Dr. Thomas Jung, Sprecher der SPD-Landtagsfraktion in Bayern).

Dr. Peter Niehenke

(*) Siehe auch den Gast-Kommentar "Die Angst des Bürgers vor der Justiz" , sowie folgende Links:

SPIEGEL ONLINE: Wie in einem Nazi-Film und

Bayerischer Landtag zum Selbstmord einer jungen Polizeibeamtin.

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